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Hochzeit von Michelle & Kanis – zwischen Riggisberg und Schloss Schwarzenburg

Manchmal braucht es für einen gelungenen Hochzeitstag einfach ein bisschen Vertrauen. Vertrauen darauf, dass alles irgendwie kommt, wie es kommen muss. Und bei Michelle und Kanis Mitte Mai war davon definitiv eine ordentliche Portion gefragt.

Rund sechs Grad, am Morgen strömender Regen, später Aufhellungen, zwischendurch Sonne – und als Zugabe sogar noch ein kräftiger Hagelschauer. Das Wetter zeigte an diesem Tag praktisch alles, was der Frühling in der Schweiz zu bieten hat.

Die Stimmung? Blieb trotzdem von Anfang bis Ende hervorragend.

Und genau deshalb ist diese Hochzeit für mich ein schönes Beispiel dafür, dass ein Hochzeitstag nicht vom Wetter bestimmt wird.

Traditionelles Hochzeitspaar in Schwarzenburg

Mit dem Linienbus zur Hochzeit

Mein Tag begann in Riggisberg – und bereits der erste Programmpunkt war alles andere als gewöhnlich.

Michelle arbeitet als Buschauffeurin. Entsprechend passend wurde die Familie zusammen mit den engsten Freundinnen und Freunden mit einem STI-Linienbus abgeholt. Am Steuer sass ausgerechnet Michelles ehemaliger Fahrlehrer.

Viel persönlicher kann der Start in einen Hochzeitstag eigentlich kaum sein.

Mit dem Bus ging es gemeinsam zur ersten Location, wo ein Apéro und das Mittagessen auf dem Programm standen. Draussen war es zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich ungemütlich. Aber bereits hier zeigte sich etwas, das sich durch den ganzen Tag ziehen sollte: Das Wetter machte zwar, was es wollte – die Hochzeitsgesellschaft ebenfalls. Und die wollte feiern!

Mit dem STI-Bus zur Hochzeit

Tradition, die wirklich zum Paar passt

Michelle und Kanis führen gemeinsam einen Bauernhof. Landwirtschaft und Tradition gehören zu ihrem Leben – und waren deshalb auch an ihrer Hochzeit keine Dekoration, sondern ein ganz selbstverständlicher Teil des Tages.

Kanis heiratete im traditionellen Kühermutz. Später sollten noch eine Kutschenfahrt, Trychler, ein geschmiedetes Hufeisen und sogar ein Kalb dazukommen.

Gerade solche Hochzeiten mag ich besonders: wenn man beim Fotografieren merkt, dass viele Details nicht ausgewählt wurden, weil sie gerade schön aussehen oder im Trend liegen, sondern weil sie etwas mit den Menschen zu tun haben, die heiraten.

Heiraten im Kühermutz

Ziviltrauung im Schloss Schwarzenburg

Nach dem Mittagessen ging es weiter nach Schwarzenburg. Im Schloss Schwarzenburg fand die Ziviltrauung statt.

Nach dem doch sehr nassen Morgen hatte sich das Wetter inzwischen etwas beruhigt. Rund um das Schloss konnten wir deshalb auch das Paarshooting fotografieren.

Besonders gut passte für Michelle und Kanis dabei nicht nur das Schloss selbst. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein altes Bauernhaus, das mit seiner schlichten, traditionellen Architektur wunderbar zu den beiden und zu ihrer Hochzeit passte.

Für mich sind genau solche Orte beim Paarshooting oft spannender als eine vermeintlich perfekte Fotokulisse. Entscheidend ist nicht, dass eine Location spektakulär aussieht. Sie sollte zum Paar und zur Geschichte dieses Tages passen.

Ziviltrauung Schloss Schwarzenburg
Verbunden bei der Trauung in Schwarzenburg

Paarshooting bei wechselhaftem Wetter

Ein bedeckter Himmel oder ein kurzer Regenschauer sind aus fotografischer Sicht übrigens weit weniger dramatisch, als viele Paare vor ihrer Hochzeit befürchten.

Natürlich wünsche auch ich mir gutes Wetter. Aber „gutes Fotowetter“ muss nicht zwingend strahlender Sonnenschein sein. Bewölkter Himmel sorgt beispielsweise für sehr weiches Licht. Nach einem Regenschauer entstehen oft interessante Stimmungen – und manchmal öffnet sich plötzlich genau im richtigen Moment eine Wolkenlücke.

Bei Michelle und Kanis war deshalb vor allem eines wichtig: flexibel bleiben.

Wir nutzten die Möglichkeiten, die wir rund um das Schloss hatten, und mussten dafür auch keinen riesigen Zeitblock aus dem Hochzeitstag herausschneiden.

Paarshooting beim Schloss Schwarzenburg

Mit der Kutsche zurück nach Riggisberg

Nach einem kleinen Apéro beim Schloss ging es zurück Richtung Riggisberg.

Die Gäste fuhren motorisiert. Michelle und Kanis wählten die etwas schönere Variante: die Pferdekutsche.

Und plötzlich spielte sogar das Wetter mit.

Die Wolken rissen auf und zeitweise wurde es so schön, dass die beiden sogar ohne geschlossenes Kutschenverdeck fahren konnten. Die Strecke führte auch am eigenen Bauernhof vorbei – noch so ein kleines Detail, das diesen Hochzeitstag sehr persönlich machte.

Für mich als Fotograf sind solche Fahrten immer spannend. Man weiss vorher nie ganz genau, welche Situationen entstehen. Genau darin liegt aber auch ihr Reiz.

Hochzeitspaar mit Kutsche auf dem Weg nach Riggisberg

Ein ziemlich eindrücklicher Empfang

Beim Schützenhaus in Riggisberg wartete bereits die nächste Überraschung.

Freundinnen, Freunde und verschiedene traditionelle Vereine standen für Michelle und Kanis Spalier. Unter anderem waren auch Trychler dabei.

Nach der eher ruhigen Kutschenfahrt war die Ankunft damit definitiv nicht mehr zu überhören.

Es folgten die Gruppenfotos und die ersten Gratulationen. Und genau in diesem Moment erinnerte sich das Wetter daran, dass es an diesem Tag noch nicht sämtliche Varianten ausprobiert hatte.

Es begann zu hageln.

Und zwar nicht ein bisschen.

Innerhalb kürzester Zeit flüchtete die gesamte Gesellschaft ins Schützenhaus.

Hochzeitsempfang durch Trychler in Riggisberg
Hochzeitsgesellschaft in Riggisberg

Hinter der Kamera: Dem Wetter nicht zu viel Macht geben

Für Hochzeitspaare ist schlechtes Wetter verständlicherweise eine der grössten Sorgen vor dem Hochzeitstag.

Die Hochzeit von Michelle und Kanis zeigt ziemlich schön, weshalb ich trotzdem davon abrate, ständig auf die Wetter-App zu schauen.

An diesem einen Tag hatten wir starken Regen, Wolken, Aufhellungen, Sonne und Hagel. Hätte man am Morgen angesichts des Regens resigniert, wären viele der späteren Bilder wahrscheinlich nie entstanden.

Als Hochzeitsfotograf arbeite ich deshalb lieber mit dem Wetter als dagegen. Wenn es regnet, suchen wir eine passende Möglichkeit. Wenn es aufreisst, nutzen wir das Licht. Und wenn plötzlich Hagel kommt, bringen wir zuerst einmal Menschen und Kameras ins Trockene.

Mein Tipp an Hochzeitspaare ist deshalb ziemlich einfach:

Vertraut eurem Fotografen – auch bei schlechtem Wetter.

Ein guter Plan ist wichtig. Flexibilität ist an einem Hochzeitstag aber mindestens genauso wichtig.

Und manchmal entstehen gerade an den Tagen mit dem unberechenbarsten Wetter die abwechslungsreichsten Reportagen.

Eine Hochzeit ist auch bei Regen schön!
Traditionelles Hochzeitspaar, Schweiz
Hochzeits-Paarshooting beim Schloss Schwarzenburg

Feuer, Hammer und ein Hufeisen

Der Hagelschauer dauerte zum Glück nicht ewig.

Schon bald klarte es wieder auf und die Gesellschaft konnte zurück nach draussen. Dort wartete eine weitere Tradition auf Michelle und Kanis: Gemeinsam schmiedeten sie am offenen Feuer ein Hufeisen.

Fotografisch natürlich eine dankbare Situation: Feuer, Rauch, Hammer, konzentrierte Gesichter – und rundherum die Gäste.

Vor allem war es aber wieder eines dieser Elemente, die perfekt zu diesem Hochzeitstag passten.

Braut beim Hufeisen schmieden
Traditionelles Hufeisen- Schmieden an Hochzeit
Braut an der Esse schmiedet Hufeisen

Was mir von dieser Hochzeit bleibt

Bei Michelle und Kanis würde es mir schwerfallen, diesen Tag auf einen einzelnen Moment zu reduzieren.

Der Linienbus mit Michelles ehemaligem Fahrlehrer. Kanis im Mutz. Die Trauung im Schloss Schwarzenburg. Das Paarshooting beim alten Bauernhaus. Die Fahrt mit der Kutsche am eigenen Hof vorbei. Der Hagel beim Gratulieren. Das Hufeisenschmieden. Ein Kalb als Hochzeitsgeschenk. Und die Trychler.

Zusammen ergeben diese Dinge eine Hochzeit, die sehr persönlich zu den beiden passte.

Und vielleicht ist genau das viel wichtiger als der perfekte Ablauf und die perfekte Wetterprognose.

Hochzeit fotografieren in Riggisberg und Schwarzenburg

Region: Riggisberg / Schwarzenburg, Kanton Bern

Trauung: Ziviltrauung im Schloss Schwarzenburg

Paarshooting: Schloss Schwarzenburg und Umgebung

Feier: Schützenhaus Riggisberg

Besonderheiten: Linienbus, Kühermutz, Pferdekutsche, Bauernapéro, Hufeisenschmieden und Trychler

Wetter: Regen, Aufhellungen, Sonne und Hagel – alles an einem Tag


Plant ihr ebenfalls eine Hochzeit in Riggisberg, Schwarzenburg oder im Berner Oberland und wünscht euch eine natürliche Hochzeitsreportage, die nicht nur die grossen Programmpunkte, sondern auch all die kleinen Geschichten dazwischen festhält?


In meinem Hochzeitsportfolio findet ihr weitere Reportagen und einen Einblick in meine Art, Hochzeiten zu fotografieren.


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